Trio
CD
(Cras,Roussel,Françaix)
Paganini I
Paaganini II

Trio

"Einem Ensemble in dieser seltenen Besetzung und mit dieser Brillanz stehen wohl auch in Zukunft die Konzertsäle offen." - Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Die Perfektion spiegelte sich im Aufzeigen der dynamischen Breite der Werke. Nie mussten die Streicher zu den harten Bandagen eines forcierten Fortissimos greifen, um einen Höhepunkt zu gestalten. Sanft, fast zärtlich füllten sie gemeinsam die verschiedenen Nuancen der Dynamik aus." - Stuttgarter Zeitung

"Offenburger Streichtrio, das bedeutet liebevolle Klanggestaltung, hervorragende Technik, intelligente Musikdeutung und vollkommene Einbeziehung aller Anwesenden in den musikalischen Gedanken." - "El Scherzo" (Madrid)

CD

Cras Roussel Françaix

Die Schlankheit und Wendigkeit der französischen Musik aus der Zwischenkriegszeit wird zur erfrischenden Hörerfahrung, wenn sie derart kultiviert interpretiert wird wie auf einer CD des Offenburger Streichtrios. Frank und Rolf Schilli (Violine, Viola) und ASO-Cellist Martin Merker nehmen sich mit besonderer Aufmerksamkeit den expressiven Aspekten der drei Komponisten an. Auf der Basis der Partituren von Jean Cras, Albert Roussel und Jean Français entfalten sie auf impulsive Weise und mit grosser Sorgfalt jene Klangmuster, die zwischen Farbe und Struktur changieren. Diese Komponisten stehen im Schatten von Ravel und Poulenc. Durch die aktuelle Aufnahme des Offenburger Trios tritt aber deren Ausdrucksstärke, die von gereiften impressionistischen und neoklassizistischen Ansätzen geprägt ist, an den Tag. Markante Soli, die sich etwa im 1. Satz des op. 58 von Roussel (1937) vor dem Hintergrund einer blühenden Chromatik ausnehmen, kommen äusserst vollmundig daher, ohne dass dabei Raffinesse fehlt. Die Musiker pflegen ein beredtes Abwägen zwischen Impulsivität und Klangdramaturgie. Der mit anspruchsvollen Orientalismen angereicherte zweite Satz des Trios von Cras (1926) ist hier ebenfalls ein Musterbeispiel. Aargauer Zeitung

Dass das Offenburger Streichtrio für seine erste CD ein rein französisches Programm gewählt hat, ist durchaus eine Überraschung. Zumal es sich um wenig bekanntes Repertoire handelt. Jean Cras (1879-1932), dessen ungemein originelles Streichtrio eine wirkliche Entdeckung ist, dürfte selbst in seinem Heimatland nur einer kleinen Schar von Musikenthusiasten bekannt sein. Aber je länger man in die CD hineinhört, desto mehr gelangt man zu der Überzeugung, dass sich die Musiker richtig entschieden haben. Denn die drei Streichtrios bieten französische Musik vom Feinsten, leichtfüßig tänzelnd und grazil einerseits, voll sinnlichen Schmelzes andererseits. Überdies eröffnet die reiche Verwendung exotischer oder jazzig angehauchter Stilformen die Cras und Françaix dem Hören weite und reizvolle Assoziationsräume.
Die Musiker des Offenburger Streichtrios begegnen dieser ebenso geistvollen wie wohlklingenden Musik mit einem ungemein subtilen Klangempfinden, das mit feinsten Farbschattierungen aufwartet, ohne dabei die derben Tonfälle zu vernachlässigen (vor allem bei Françaix). In informativer Booklettext mit illustrierenden Notenbeispielen rundet den durchweg positiven Eindruck diese CD ab
. ensemble – Magazin für Kammermusik

Als Komponist und Konteradmiral in einer Person (und obendrein Erfinder eines navigatorischen Regelkompaß) repräsentiert der Franzose Jean Cras eine in der Musikgeschichte gewiß nicht alltägliche Doppelbegabung. Im Hafen seiner Heimatstadt Brest wurde ihm ein Denkmal errichtet; seine kompositorische Meisterschaft aber lebt fort in den (viel zu seltenen) Aufführungen und Aufnahmen seiner erlesenen Werke. Das Streichtrio von 1926 nimmt sich aus wie ein kammermusikalisches Seitenstück zu Debussys La Mer: mit sanft bewegten, schimmernden Oberflächen, Wind und Wellen, fließenden Arabesken und Melismen. Und mit episodischen Landgängen zu einem orientalischen Intermezzo im langsamen Satz und einer südländischen Pizzicato-Serenade im Scherzo. Das fabelhafte Offenburger Streichtrio weiß sich vollkommen mit dieser mediterranen Musik zu identifizieren... weiterlesen Klassik Heute

Von den drei auf dieser CD versammelten Komponisten ist der Name Albert Roussel (1869-1937) wohl am bekanntesten – als jemand, der vom Impressionismus ausgehend zu einem eher neoklassischen Personalstil fand. Das Streichtrio op. 58 ist Roussels letztes vollendetes Werk. Es wirkt in der stark kontrapunktischen Stimmführung etwas konstruiert, fasziniert aber durch eine chromatisierte Melodiebildung und klare Formen. Zwei kurze Ecksätze umrahmen ein tiefsinniges Adagio.
Roussels Zeitgenossen Jean Cras (1879-1932) und Jean Françaix sind hierzulande kaum ein Begriff. Ersterer darf als Enkelschüler von César Franck bezeichnet werden, da er bei Henri Duparc studiert hat. Hauptberuflich war Cras jedoch Offizier der französischen Marine, und das hier vorgestellte Streichtrio wurde denn auch 1926 an Bord eines Kriegsschiffes, der Lamotte-Piquet, komponiert. Die vielfältigen musikalischen Einflüsse, die Cras auf seinen Seereisen aufnahm, bereicherten dieses originelle Werk erheblich. Im langsamen zweiten Satz etwa vernimmt man orientalische Klänge, im dritten finden sich Allusionen an asiatische Tempelmusiken, im Finale schließlich folkloristische Momente scheinbar angelsächsischer Provenienz. Bei aller kulturellen Bereicherung bleibt jedoch die französische Eleganz und Duftigkeit des Klangs vorherrschend, die man in dieser Vollendung sonst nur aus den Streichquartetten von Ravel und Debussy kennt. Eine echte Entdeckung.
Jean Françaix (1912-1997) schließlich, ein Schüler von Nadia Boulanger, ist wieder der neoklassischen Richtung zuzuordnen. Das eingespielte Trio komponierte er 1933 als 21-Jähriger für die Brüder Pasquier. Anders als im Alterswerk von Roussel sprudeln hier die Ideen. Der sehr kurze erste Satz führt nach in sich kreisenden Melodiewiederholungen – mit teilweise irrwitzigen Lagenwechseln – ins Nichts. Auch der zweite, ein ironisch-groteskes Scherzo, spielt geistvoll mit den Erwartungen der Zuhörer. Ganz schlicht, aber ergreifend ist das folgende Andante, bevor ein Rondofinale mit reichlich Schabernack Hochstimmung verbreitet.
Mit dem Offenburger Streichtrio, 1981 gegründet, haben sich optimale Fürsprecher dieser Musik gefunden. Die Brüder Frank und Rolf Schilli sowie Martin Merker am Cello harmonieren prächtig, spielen äußerst klangsinnlich, auch in höchsten Lagen sauber und haben das rechte Gefühl für die hier unverzichtbare flexible Agogik. Das nicht eben große Repertoire für Streichtrio wird durch diese Einspielung um drei zu Unrecht vergessene Werke aufs Schönste bereichert.
Das Orchester